Stellungnahme zur Diskussion um risikofreien Alkoholkonsum

Im August 2018 wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „The Lancet“ eine umstrittene Studie zu Alkoholkonsum und möglichen Gesundheitsrisiken veröffentlicht. Insbesondere behaupten die Autoren, dass angeblich jeglicher Alkoholkonsum, also selbst in geringen Mengen, negative Effekte auf den menschlichen Körper habe.

Hierzu stellen der europäische Dachverband „The Brewers of Europe“ und der Deutsche Brauer-Bund fest:

Die Studie ist zu einem großen Teil auf globalen Durchschnittswerten und Schätzdaten aufgebaut und präsentiert zudem keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse.. Vielmehr werden frühere Studien bestätigt, in denen bereits mehrfach festgehalten wurde, dass exzessiver Alkoholkonsum ein erheblicher Risikofaktor ist und hierdurch die Sterblichkeit, insbesondere in Bezug auf Krebserkrankungen, steigt. Dies ist längst bekannt und unbestritten, weshalb Hersteller und Verbände für moderaten Konsum werben.

Frühere Meta-Analysen haben auch gezeigt, dass moderater Konsum das Sterberisiko, Herzerkrankungen und Diabetes sogar senken kann. Fest steht auch, dass die gesundheitlichen Vorteile in westlichen Industriestaaten deutlicher wahrzunehmen sind.

In der Studie wurden 23 alkoholbedingte Krankheitsursachen zusammengefasst; hieraus wurde ein im Vergleich zur Abstinenz nur um 0,5 Prozent erhöhtes relatives Risiko bei niedrigen Trinkmengen (1 Getränk pro Tag) festgehalten. Obwohl zielgerichtet die Wirkung auf bestimmte Krankheitsursachen untersucht wurde, ist der beschriebene Risikoanstieg durch einen moderaten Konsum denkbar gering.

Die neue Studie führt weltweit als wesentlichste alkoholbedingte Krankheitsursache Tuberkolose an. Der Umstand, dass sozioökonomische Faktoren wie Wohlstand oder Einkommen wichtige Risikofaktoren für Krankheiten sind und die Beziehung zwischen Alkohol und Gesundheit beeinflussen, wird ausgeblendet, indem lediglich globale Daten akkumuliert werden. Tuberkulose wird zwar bei 15- bis 49-jährigen Konsumenten als weltweit häufigste Krankheits- und Todesursache angeführt, spielt jedoch gerade in westlichen Ländern mit einem hohen Einkommensniveau eine untergeordnete Rolle. Das Beispiel zeigt, dass das Gesundheitsniveau in einem Staat das Ergebnis vieler Faktoren sein kann und daher am sinnvollsten auf nationaler Ebene interpretiert werden sollte.

Ferner ist zu kritisieren, dass das in der Studie angeführte Prinzip des Ausschlusses eines sogenannten risikofreien Konsumniveaus (“no safe level“) ausschließlich theoretisch bestimmt wurde, es könnte somit auf nahezu alle, den individuellen Lebensstil von Menschen bestimmenden Faktoren oder Tätigkeiten zutreffen.



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