Bier lässt Herzen höher schlagen
In vielen wissenschaftlichen Untersuchungen1/2 wurde nachgewiesen, dass Bier das Herzinfarktrisiko senken kann. Beim Vergleich von Abstinenzlern mit Biertrinkern stellte sich heraus: Maßvolle Biertrinker erleiden nur halb so oft einen Herzinfarkt. Außerdem gibt es Hinweise, dass leichter bis mäßiger Alkoholgenuss auch gegen andere Herz/Kreislauf-Erkrankungen und gegen einen Schlaganfall vorbeugen kann.
Hauptursache ist die Erhöhung des "guten Fettes" (HDL-Cholesterin) im Blut, das die Arterienverkalkung mindert. Der Alkohol spült überschüssiges Cholesterin aus den Zellen und Blutgefäßen und vermindert damit die Gefahr von Bluthochdruck und die Bildung von Blutgerinnseln. Schon ein Glas Bier täglich steigert den HDL-Wert um bis zu 4 Prozent.
Forscher der Medizinischen Universität haben Innsbruck nachgewiesen, dass einige Inhaltsstoffe im Bier entzündungshemmende Wirkungen entfalten - und so chronische Krankheiten wie koronare Herzerkrankungen positiv beeinflussen können. Das Forscherteam um Professor Dr. Dietmar Fuchs konnte bei Untersuchungen mit menschlichem Blut belegen, dass Bier (oder in diesem Fall Bierextrakte) biochemische Prozesse unterbinden, die von Interferon-Gamma - einem der bedeutendsten Botenstoffe für Entzündungsreaktionen - ausgelöst werden. Die von den Bierextrakten beeinflussten Stoffwechsel-Vorgänge stehen nach Aussage der Forscher in enger Verbindung mit der Entstehung chronischer Krankheiten - wie zum Beispiel koronarer Herzerkrankungen.
Natürliche Inhaltsstoffe im Bier, sogenannte Polyphenole, verbessern die körpereigene Abwehr gegen aggressive Umwelteinflüsse wie z. B. freie Radikale, welche u.a. zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Dies zeigt eine Studie italienischer Wissenschaftler3. Mit dieser Entdeckung haben die Wissenschaftler eine weitere Erklärung dafür gefunden, warum moderate Biertrinker ein deutlich niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben als Menschen, die keinen Alkohol trinken. Bisher führte man dies lediglich auf den Alkoholgehalt von Bier zurück, da Alkohol durch seine positiven Eigenschaften auf Blutfette und Blutgerinnung herzschützend wirkt.
Alkohol fördert offenbar außerdem die Aufnahme der im Bier enthaltenen Polyphenole ins Blut. Nach dem Genuss von alkoholhaltigem Bier war nach einer Stunde der Gehalt an antioxidativ wirkenden Substanzen am höchsten. Bei alkoholfreiem Bier trat nur ein geringer Anstieg auf und Alkohol alleine zeigte keinerlei Wirkung auf das antioxidative Potenzial des Blutes.
Die Wirkung tritt bereits nach dem Genuss von einem halben Liter Bier ein. Die Studie zeigt, dass schon bei dieser Menge der Gehalt an antioxidativ wirkenden Verbindungen im Blut deutlich erhöht ist. Diese neutralisieren aggressive Verbindungen wie z. B. freie Radikale und schützen damit den Körper u.a. vor Herzinfarkt.
Der herzschützende Effekt eines mäßigen Bierkonsums wird demnach auch durch nicht-alkoholische Inhaltsstoffe des Bieres, wie Polyphenole, unterstützt.
Wer mäßig aber regelmäßig Bier trinkt, tut seinem Herzen also etwas Gutes.
1 Di Castelnuovo, Augusto: Meta-analysis of wine and beer consumption in relation to vascular risk. Circulation 105 (2002) 2836-2844. Dr. Zairis, Michael: Generation-Studie, 2002, Tzanio Hospital, Piräus/Griechenland
2 Keil, U. u.a.: The Relation of Alcohol Intake to Coronary Heart Disease and All-Cause Mortality in a Beer-Drinking Population. Epidemiology 1997;8: 150-156
3 Ghiselli A., et al.: Beer increases plasma antioxidant capacity in humans; J Nutr Biochem 11(2000) 76-80 und All-Cause Mortality in a Beer-Drinking Population. Epidemiology 1997;8: 150-156
Deutsche Ausgabe von The Effects of Moderate Beer Consumption. A digest of the current scientific literature, (Brewers of Europe, 2008)












