Warum es eigentlich kein Malzbier mehr gibt

Lange Zeit sprach man vom "Malzbier". Das änderte sich nach dem sogenannten "Süßbier-Krieg", der 1960 für Schlagzeilen sorgte. In Bayern ist es verboten, Malzbier mit Zuckerzusatz herzustellen. Deshalb wurden die Malzbier-Lieferungen nach Bayern beschlagnahmt. Nach einer Reihe von Prozessen entschied der Bundesgerichtshof, dass Malzbier künftig unter der Bezeichnung "Malztrunk" in den Handel zu bringen ist. Damit war der Zuckerzusatz erlaubt. Der braune Gerstensaft konnte ungehindert auch nach Bayern fließen.

Energie und Ausdauer im Glas - Malzgetränke

Malzgetränke sind eine natürliche Energiequelle für alle, die körperlich und geistig viel leisten müssen, denn die wertvollen Nährstoffe werden vom Organismus schnell aufgenommen und verarbeitet. Der Körper kann sich leichter regenerieren. Spitzen- und Freizeitsportler greifen deshalb gern zu Malzgetränken, Besonders für Jugendliche ist der Malztrunk ein ideales Getränk, das dem Körper die Energie liefert, die für ein gesundes Wachstum gebraucht wird. Kein Wunder also, dass Malzgetränke ihr Image als "Kinderbier" längst abgelegt haben. Gerade unter aktiven Menschen haben sie sich ihren Markt erobert.

Ein echtes Bier - bis auf einen Unterschied

Malzgetränke sind Vollbiere, die obergärig mit einer Stammwürze von meist elf bis zwölf Prozent gebraut werden. Der Brauprozess ist, was Wasser, Hopfen und Malz betrifft, der gleiche wie bei anderen Bieren. Der Hopfenanteil ist relativ gering - neben der Zugabe des Brauzuckers auch ein Grund für den süßeren Geschmack des Malztrunks. Die Hefe wird bei sehr niedriger Temperatur (fast auf dem Nullpunkt) zugegeben. Dadurch vergärt der Malzzucker nicht, das heißt: Es entsteht auch kein Alkohol. Zuckerkulör - eine Karamell-Lösung aus Rübenzucker - intensiviert die Farbe des Getränks. Unmittelbar nach dem Filtern setzen die Brauer natürliche Kohlensäure zu, die dem Malztrunk seine prickelnde Frische und seine Schaumkrone geben. Danach wird er abgefüllt und pasteurisiert.

Schnelle Energiespender

Malzgetränke enthalten Eiweiß, Mineralien und Kohlenhydrate, die als wichtige Energielieferanten für Gehirn, Nerven und Muskeln gelten. Bei niedriger Leistung wird der Stoffwechsel durch Fette und Kohlehydrate mit Energie versorgt. Bei sportlich und geistig aktiven Menschen muss verbrauchte Energie rasch ersetzt werden. Für die Umsetzung von Fett in Energie braucht der Körper etwa zehn Prozent mehr Sauerstoff als zur Umsetzung von Kohlehydraten. Das ist zuviel, wenn es schnell gehen muss. Kohlehydrate werden als Glycogen in der Leber und in den Muskeln gespeichert - Reserven, die rascher zu mobilisieren sind. Auch Frucht- und Traubenzucker spenden schnell Energie. Als "einwertige" Zucker gelangen sie praktisch sofort ins Blut. Zwei- oder dreiwertige Zucker müssen dagegen erst im Magen-Darm-Trakt gespalten werden, bevor die Energie umgesetzt werden kann. Malztrunk enthält zudem die Vitamin-B-Komplexe der Bierhefe und unterstützt den Körper mit Elektrolyten und Spurenelementen wie Magnesium, Kalium und Kalzium. Seine Eiweiße, zum Teil wertvolle Aminosäuren, wirken gegen Stress und geben Kraft bei anhaltender körperlicher Anstrengung. Verglichen mit ihrem hohen Nährwert haben Malzgetränke relativ wenig Kalorien. Mit rund 46 Kilokalorien (192 kJ) auf 0,1 Liter liegen sie niedriger als Fruchtsäfte oder Milch.

Malztrunk

Malztrunk
Verbreitung
Bundesweit
Biergattung
Viollbier
Stammwürze in %
Durchschnittlich 11,7
Alkoholgehalt
in % vol
Unter 0,5
Bierart
Obergärig
Charakteristik
Dunkel-bernsteinfarbenes, blankes Getränk
Brauprozess
Hefezugabe bei 0 Grad Celsius, keine Vergärung und dadurch kein Alkohol; Zugabe von Invertzucker und Zuckerkulör sowie natürlicher Kohlensäure
Geschichte
Einer der Vorläufer war die Braunschweiger Mumme, die 1492 erstmals gebraut wurde und zum wohlschmeckenden Energielieferanten weiterentwickelt wurde
Bierpflege
Schmeckt am besten gut gekühlt aus dem Kühlschrank
Sonstiges
Hat weniger Kalorien als Limonaden, Fruchtsäfte und Milch

Doppelcaramel

Diese Spezialität entwickelte sich in den 50er Jahren in der ehemaligen DDR und ist der Gruppe der Malzgetränke zuzuordnen: Wie diese ist das Doppelcaramel durch seine wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren sowie einen durchschnittlichen Brennwert von nur 44 Kilokalorien (186 kJ) auf 0,1 Liter ein idealer Energiespender.

Ein ideales Getränk für sportlich Aktive

Das Doppelcaramel unterscheidet sich von anderen Malzgetränken durch den etwas höheren Alkoholgehalt und die Hefetrübung. Der Alkohol dient bei dieser regionalen Spezialität als wichtiger Geschmacksträger: Er verstärkt den Caramelgeschmack und prägt so den unverwechselbaren Charakter.

Doppelcaramel

Doppelcaramel
Verbreitung
Neue Bundesländer
Biergattung
Vollbier
Stammwürze in %
Durchschnittlich 11
Alkoholgehalt
in % vol
Durchschnittlich 1,2
Bierart
Untergärig
Charakteristik
Dunkel, hefetrüb
Brauprozess
Ein mit Röst- und Caramellmalzen hergestellter Sud wird mit Wasser verdünnt und vergoren, danach unter Zugabe von Invertzucker und Zuckerkulör abgefüllt und nach kurzer Flaschengärung pasteurisiert
Geschichte
Entstand in den 50er Jahren in den neuen Bundesländern
Bierpflege
Sollte gut gekühlt getrunken werden


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