Luther und das Bier 

DBB feiert mit dem Einbecker Brauhaus und der evangelischen Kirche

 

Berlin/Einbeck, 29. März 2017. „Wer kein Bier hat, der hat nichts zu trinken“, lautet ein Spruch von Martin Luther. Der Mönch aus Wittenberg ist nicht nur bekannt für seine Thesen zur Reformation der Kirche, sondern auch für seine Liebe zum Bier. 2017 jährt sich die Reformation zum 500. Mal – Anlass für die deutschen Brauer, Luthers theologisches Lebenswerk zu würdigen und auch an seine besondere Beziehung zur Braukunst zu erinnern. Rund 400 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Medien folgten der Einladung des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) zu einer Festveranstaltung in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin. Festredner waren Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. 

Zu keiner anderen Brauerei unterhielt der Mönch Martin Luther so enge Beziehungen wie zum Einbecker Brauhaus: So reichte Herzog Erich von Braunschweig Luther auf dem Reichstag zu Worms anno 1521 eine Kanne Bier aus Einbeck – und auch zu seiner Hochzeit 1525 erhielt er vom Rat der Stadt Wittenberg ein Fass Einbecker. Wegen der historischen Verbindung ist das Einbecker Brauhaus 2017 offizieller Partner des Jubiläumsjahres der Evangelischen Kirche Deutschlands und unterstützte auch die Festveranstaltung des DBB in Berlin. Pünktlich zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ hat das Einbecker Brauhaus das Lieblingsbier des Reformators nach altem Rezept von 1378 nachgebraut: „Ainpöckisch Bier hat über 600 Jahre Tradition, auf die wir stolz sind und die wir bewahren möchten“, sagte Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. 

Der Präsident des Brauer-Bundes, Dr. Hans-Georg Eils, würdigte bei der Eröffnung des Festabends, dass Luther „einen neuen Freiheitsbegriff geprägt“ habe: „Die Kerngedanken der Reformation, allen voran die Berufung auf das persönliche Gewissen, prägten nachhaltig unsere heutigen Werte: Menschenrechte und Demokratie – Freiheit und Gleichheit. Werte, die wir jeden Tag wieder aufs Neue leben und verteidigen müssen, gerade in der heutigen Zeit.“ 

Der niedersächsische Staatssekretär Michael Rüter als Hausherr der Landesvertretung und Bundesminister Schmidt als früherer „Botschafter des Bieres“ würdigten die kulturelle Bedeutung der Braukultur für Deutschland. „Bier ist eines der wichtigsten kulinarischen Kulturgüter. Kein Nahrungsmittel bringt deutsche Genusskultur besser auf den Punkt als Bier“, sagte Schmidt, der daran erinnerte, dass das weltbekannte Reinheitsgebot von Ingolstadt nur ein Jahr vor den Thesen Luthers veröffentlicht worden war.

„Martin Luther liebte das Bier“, stellte Bischof Dr. Markus Dröge in seiner Rede fest. Luther und seine Frau hätten sogar ein Braurecht für ihr Wohnhaus besessen, wo sie nicht selten bis zu 40 Gäste bewirteten. „Evangelische Theologen lieben die Gelassenheit Martin Luthers“, sagte der Bischof mit einem Augenzwinkern und zitierte einen der bekanntesten Aussprüche des Mönches: „Ich sitze hier und trinke mein gutes Wittenbergisches Bier – und das Reich Gottes kommt ganz von alleine.“

In den geselligen Teil des Abends wurden die Gäste von Katja Köhler aus Wittenberg geleitet, die im historischen Gewand von Luthers Ehefrau Katharina von Bora die bedeutende Rolle der Frauen in der deutschen Braugeschichte hervorhob.

Informationen im Internet: www.reinheitsgebot.de/luther

Weitere Impressionen vom Abend: https://www.flickr.com/photos/brauer-bund/albums/72157681903182276

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