Schulterschluss für gemeinsames Forschungsprojekt

Brauereiverbände unterstützen Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft

 

Berlin, 14. November 2014. Die Brauereivertreter Deutschlands haben sich zu einem gemeinsamen Forschungsvorhaben zusammengeschlossen: Auf der Fachmesse BrauBeviale in Nürnberg überreichten die Geschäftsführer Jürgen Keipp (Die Freien Brauer) und Dr. Werner Gloßner (Private Brauereien Bayern) jeweils 20.000 Euro an Dr.-Ing. Erika Hinzmann von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. Damit unterstützen sie ein Forschungsvorhaben zur Aufklärung des primären Gushing. Als Gushing wird das plötzliche Überschäumen eines kohlensäurehaltigen Getränkes aus einer Flasche oder Dose bezeichnet. Von Gushing können alle kohlensäurehaltigen Getränke wie Bier, Sekt oder auch Mineralwasser betroffen sein. Es handelt sich um ein chemisch-physikalisches Phänomen, dessen genaue Ursachen trotz langjähriger Forschung noch nicht vollständig geklärt werden konnten.

„Die Forschung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Weiterentwicklung unserer Branche, und es ist aus technischer Sicht ein grundlegender Bedarf vorhanden, die Aufklärung zum Thema Gushing aktiv zu fördern“, ist Jürgen Keipp überzeugt. „Mich freut es besonders, dass wir das Projekt gemeinsam mit den anderen Brauereiverbänden unterstützen. Dieser Schulterschluss zeigt, dass wir alle das gleiche Ziel haben, nämlich die Bewahrung der Bierkultur mit einer hohen Qualität.“ Gerade die Probleme in den letzten Jahren hätten gezeigt, „dass Gushing nach wie vor hochaktuell ist“, stellte Werner Gloßner fest. „Man muss jeden neuen Ansatz prüfen, denn bisher gibt es trotz aller Forschungsanstrengungen keine praxistaugliche Lösung für das Problem Gushing“.

„Ich freue mich sehr, dass wir dieses Forschungsvorhaben gemeinsam starten konnten, um dieses für die gesamte Branche so wichtige Thema voranzubringen“, so Dr. Erika Hinzmann, Leiterin der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft (Wifö). „Die Erforschung der Gushing-Ursachen und vor allem von Lösungsansätzen für die Praxis stellt schon seit Langem einen Schwerpunkt der Förderaktivitäten der Wifö dar. Im Laufe der Jahre konnten hierdurch einige Ansatzpunkte und Handlungsanweisungen zur Gushing-Vermeidung abgeleitet werden. Die Arbeiten haben aber auch gezeigt, dass es sich hierbei um ein sehr komplexes und multikausales Phänomen handelt, für das leider nach wie vor noch keine umfassenden Lösungen gefunden werden konnten. Nur durch intensive und gemeinsame Forschungsarbeit wird es möglich sein, hier Schritt für Schritt voranzukommen. Ich bin überzeugt, dass dieses gemeinsame Projekt hierzu einen wichtigen Beitrag leisten kann.“

Ziel der Forschungsarbeiten ist die Entwicklung einer Methode zur Detektion der stofflichen Zusammensetzung von gushing-assoziiertem und nicht-gushing-auslösendem Material. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei Getreide bzw. Malz und allen Zwischenstufen bis hin zum fertigen Bier um komplexe Substanzmischungen handelt. Hierfür soll die Technik der LC-UV/Vis-ToF-MS (Liquid Chromatography with Ultraviolet/Visible-Time-of-Flight-Mass Spectrometric Detection) zur Anwendung kommen. Die LC-UV/Vis-ToF-MS liefert für jede Probe eine Analyse der in ihr enthaltenen nieder- und höhermolekularen Substanzen, inklusive der Proteine bzw. deren Abbauprodukte. Jede Probe zeichnet sich durch ein für sie qualitativ charakteristisches Muster an Molekülen aus, das man auch als molekularen Fingerprint bezeichnen könnte. Mit dieser Methode können Proben mit mehreren hundert verschiedenen enthaltenen Substanzen unterschieden werden.

 

Die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V.

Die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. wurde im Januar 1957 von den Mitgliedsverbänden des Deutschen Brauer-Bundes als Verein zur Förderung der solidarischen Gemeinschaftsforschung gegründet.

Die Wifö organisiert und koordiniert über die Wettbewerbsgrenzen einzelner Unternehmen hinaus industrielle Gemeinschaftsforschung zum Wohle und zum Nutzen der gesamten Branche. Die Forschungsschwerpunkte umfassen die gesamte Prozesskette und reichen von Rohstoffthemen über technologische Fragestellungen, solche des Qualitätsmanagements und des Recyclings bis hin zur Prozessautomation. Ebenfalls betrachtet wird der Forschungsbereich „Bier und Gesundheit“, in dem die gesundheitlichen Vorteile eines maßvollen Biergenusses wissenschaftlich untersucht werden.

 

Bildunterschrift: Auf der BrauBeviale in Nürnberg überreichten die Geschäftsführer Jürgen Keipp (li.) und Dr. Werner Gloßner jeweils 20.000 Euro an Dr.-Ing. Erika Hinzmann von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V.

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