„Das Reinheitsgebot steht für
einzigartige handwerkliche Tradition“

Freistaat Bayern erklärt 500 Jahre alte Brautradition zum Immateriellen Kulturerbe

 

München, 15. Oktober 2015. Bayern hat die „Bayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot“ zum Immateriellen Kulturerbe des Freistaates erhoben. „Das Brauwesen hat im Freistaat Bayern eine besonders lange Tradition. Dem 1516 in Ingolstadt erlassenen Reinheitsgebot mit der strikten Beschränkung auf die vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ist es zu verdanken, dass sich in Bayern eine einzigartige, als Braukunst bezeichnete handwerkliche Tradition entwickelt hat“, so die Begründung der Staatsregierung. Neben der Brautradition ernannte Kultusminister Ludwig Spaenle zwölf weitere Bräuche, Feste und Handwerkstechniken zum Immateriellen Kulturerbe des Landes. „Als Kulturstaat ist es eines unserer Ziele, das Immaterielle Kulturerbe zu dokumentieren, aber auch das Bewusstsein der Menschen für unsere großartigen und vielfältigen Traditionen zu schärfen. Diese tragen vor Ort in besonderer Weise dazu bei, Identität zu stiften“, so Spaenle. Bei der Prüfung der Anträge hatte sich die Jury an den Kriterien des UNESCO-Übereinkommens orientiert, nämlich z.B. Alter, Wandel und Tradierung, Inhalt, Trägergruppe, Bedeutung, Erhalt, Gefährdung sowie Kommerzialisierung. Eine Fachjury unter Leitung des Regensburger Kulturwissenschaftlers Prof. Daniel Drascek hatte alle eingegangenen Bewerbungen geprüft und 13 davon für die Aufnahme in das bayerische Landesverzeichnis vorgeschlagen. 

Der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Friedrich Düll, nahm die Urkunde stellvertretend für die bayerische Brauwirtschaft entgegen. „Das Bayerische Reinheitsgebot ist seit 500 Jahren die Grundlage der Brautradition in Bayern und ein weltweit geschätztes Qualitätssiegel für gutes und reines Bier. Die Auszeichnung unterstreicht, wie eng das Brauwesen mit der bayerischen Kultur und Tradition verknüpft ist“, so Düll. Die bayerische Brauwirtschaft beheimatet mit 616 Brauereien knapp die Hälfte aller deutschen Braustätten. 

Das Reinheitsgebot wurde vor fast 500 Jahren im bayerischen Ingolstadt von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. im Rahmen einer Landesordnung erlassen. Galt das Reinheitsgebot zunächst nur für das Herzogtum Bayern, wurde es nach der Verkündung am 23. April 1516 von mehr und mehr Ländern übernommen und ist seit 1906 geltendes Recht in ganz Deutschland. Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen. Es steht für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik und gilt zugleich als älteste, heute noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Schon im Jahre 1516 war der Verbraucherschutz ein wichtiger Aspekt: Das Reinheitsgebot sollte Bier-Konsumenten vor der Verwendung billiger und zum Teil gesundheitsgefährdender Zutaten schützen und sicherstellen, dass nur hochwertige Rohstoffe verarbeitet werden. In Deutschland hat sich daraus über Jahrhunderte eine weltweit beachtete Braukunst entwickelt: Aus nur vier natürlichen Zutaten entsteht in über 1.300 deutschen Brauereien Tag für Tag eine weltweit einzigartige Vielfalt von über 40 verschiedenen Sorten und rund 5.500 einzelnen Biermarken.

Dr. Hans-Georg Eils, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes: „Unser Reinheitsgebot garantiert Reinheit, Qualität und Bekömmlichkeit der nach dieser Vorgabe hergestellten Biere. Über Jahrhunderte wurde diese traditionelle Handwerkstechnik fortentwickelt und von Generation zu Generation weitergegeben.“ Die Weitergabe des Wissens weit über Deutschlands Grenzen hinaus, die kulturellen und traditionellen Aspekte des Brauhandwerks sowie die wachsende Vielfalt der deutschen Bierlandschaft stehen auch im Mittelpunkt des Antrages, den die deutschen Brauer, unterstützt von weiteren Vereinen, in diesem Jahr erneut an die UNESCO-Kommission gerichtet haben. Ziel ist es, das Brauen nach dem Reinheitsgebot auch in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes einzutragen. 

Weitere Informationen im Internet:

www.bayrisch-bier.de

www.km.bayern.de

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Bekanntgabe des Bayerischen Landesverzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes
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DBB-PM „Das Reinheitsgebot steht für einzigartige handwerkliche Tradition“  (PDF, 146 KB)


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